Sind Sie interessiert an einem Stipendium zur Schweizer Literatur? Der Verein zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs bringt 2026 wiederum Stipendien zur breiten Ausschreibung.

Ziel des Stipendiums

Ein Stipendium des Vereins zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs eröffnet Studierenden der Germanistik und Romanistik einen überlieferungsbezogenen Zugang zur Literatur, der literarische Entstehungsprozesse reflektiert. Es verschafft nicht nur Einblicke in die Materialien (Werkmanuskripte, Entwürfe, Notizen, Briefe, korrigierte Druckfahnen) und die modernen Techniken ihrer Archivierung, sondern führt auch in die Grundlagenarbeit der Philologie ein.

Dauer und Entschädigung

Die Stipendien dauern drei Monate, sie finden nach Möglichkeit im Zeitraum von Juni 2026 bis September 2026 statt. Stipendiat:innen sollten in der Regel vier Tage die Woche verfügbar sein, das genaue Arbeitspensum wird mit den Bearbeiter:innen im Literaturarchiv abgesprochen. Die Höhe des Stipendiums beträgt CHF 6'500. Es werden keine Reisespesen erstattet. Bitte beachten Sie, dass ohne Schweizer Wohnsitz die Lebenserhaltungskosten den Stipendienbetrag übersteigen können. Ergebnisberichte können zu Arbeiten im Rahmen des Studiums ausgebaut werden. Auf Wunsch wird ein Zeugnis ausgestellt.

Arbeitsgebiete

Fünf Erschliessungen stehen zur Auswahl: Das Archiv von Urs Jäggi , Martin Stadler (zusammen mit dem Archiv des Fördervereins), Georges Redard und Ruth Schweikert sowie die Bestände der drehpunkt-Zeitschrift.

Urs Jäggi (1931-2021) war Schriftsteller, Soziologe und bildender Künstler. Neben Erzählungen, Romanen und politischer Forschung schuf er auch Gemälde und Plastiken. Der Innerschweizer Schriftsteller und Journalist Martin Stadler (1944) wurde für seine Erzählungen und Romane mehrfach mit Preisen ausgezeichnet; sein Bestand umfasst u.a. ein über fünf Jahrzehnte geführtes Tagebuch mit über 300 Bänden. Georges Redard (1922-2005) zählt zu den einflussreichsten Schweizer Linguisten, er gründete u.a. die Schweizerische Sprachwissenschaftliche Gesellschaft. Seine mehrheitlich französischen Bestände umfassen neben Zeugnisse seiner Forschung und seiner Reisen auch wertvolle Korrespondenz. Ruth Schweikert (1965-2023) gehörte mit ihren Erzählungen und Romanen sowie in ihrer Tätigkeit am Literaturinstitut Biel zu den wichtigsten Stimmen der jüngeren Deutschschweizer Literatur. Sie hinterlässt einen umfangreichen schriftlichen und digitalen Bestand. Die Literaturzeitschrift drehpunkt war von 1968 bis 2006 eine der wichtigsten und renommiertesten Organe für zeitgenössische Schweizer und internationale Literatur. Neben Werkmanuskripten und Korrespondenz enthält der Bestand auch graphische Arbeiten und Fotos sowie administrative Unterlagen. 

Die Erschliessung des Schweikert-Bestandes wird durch die S. Fischer Stiftung, diejenige des Jäggi-Bestandes durch Rosmarie Zeller ermöglicht.

Vertiefte Informationen zu den einzelnen Beständen:

Voraussetzungen

Bewerben können sich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die kurz vor oder nach dem Studienabschluss stehen. Voraussetzung ist das Interesse an archivarischen Fragen und die Bereitschaft, sich methodologisch mit den Vorstufen eines gedruckten Textes zu beschäftigen. Wir gehen davon aus, dass man sich in Leben und Werk des Autors bzw. der Autorin gründlich einarbeitet. 

Bewerbung

Richten Sie Ihre ausschliesslich elektronische Bewerbung mit Lebenslauf, Verfügbarkeit (auch ausserhalb des Zeitraums Juni bis September 2026, s.o.) und Name des Sie interessierenden Nachlasses (mehrere Präferenzen erwünscht) bitte bis zum 15. April 2026 an: Schweizerisches Literaturarchiv, Mathias Arnold, mathias.arnold@nb.admin.ch. Weitere Informationen erteilt Herr Arnold auch telefonisch: +41 58 465 05 15. 

Der Vorstand des Fördervereins entscheidet Anfang Mai über die Stipendienvergabe.